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Will-Schaber-Preis 2015: Social-Media-Arbeit liegt bei Kopf an Kopf-Rennen vorn (Kopie 1)

B wie Bandbreite: Vom Printjournalismus über Crossmedia bis zu den sozialen Netzwerken reichte die Themenvielfalt der Abschlussarbeiten, die vom Ehemaligenverein der Dortmunder Journalistik beim Institutstag 2015 im Erich-Brost-Institut mit dem Will-Schaber-Preis prämiert wurden. Der erste Platz ging an Arne Schleef für eine Untersuchung zum Umgang regionaler Onlineportale mit Social Media. Platz zwei erreichte Alexander Grefen mit einer Analyse zu bestverkauften Zeitschriftentiteln und den dritten Platz belegte Anna Carina Zappe mit ihrer Arbeit über ein neues Format zur Wirtschaftsberichterstattung.

B wie Ballett: Parallelen zum NRW-Juniorballett zog Armin Hingst, Vorsitzender des EX e.V., der Alumni-Vereinigung Dortmunder Journalistikstudenten, bei der diesjährigen Verleihung des Will-Schaber-Preises. Auch bei der neuen, international beachteten Dortmunder Ausbildungsstätte für Profitänzer-Nachwuchs sei das Talent der Kandidaten groß und die Auswahl schwierig. Aber während beim Ballett nur zwölf aus 4100 internationalen Bewerbern angenommen würden, sei das beim aktuellen Will-Schaber-Preis dann doch nicht so extrem. Denn die Jury, der neben dem Vorsitzenden auch Schatzmeisterin Livia Rüger und Journalistikprofessor Frank Lobigs angehören, musste lediglich ein knappes Dutzend Bachelor- und Masterarbeiten lesen, bevor die drei Bestplatzierten gekürt werden konnten.

Sieger wurde Arne Schleef mit der Bachelorarbeit „Facebook, Twitter, Googleplus – zur redaktionellen Nutzung sozialer Netzwerke bei vier regionalen Onlineportalen“. Die Arbeit sei, so Hingst, „höllisch interessant für Journalisten“, gehe es doch eben nicht nur darum, wie die Redaktionen die sozialen Medien nutzen – als Korrektiv, als Recherchequelle, als Leserbindungselement, als Marketingstrategie fürs eigene Medium. Sondern auch darum, welche Einflüsse das auf neue Formen der Berichterstattung haben könne – etwa wenn die Journalisten den user-generated Content mehr managen und kuratieren als selbst herstellen. Der Journalist werde so womöglich zum Beziehungsmanager der Zuhörer-Inhalte, heißt es in der Arbeit des Erstplatzierten. Der Rang ist mit 500 Euro dotiert.

Zweiter wurde mit Alexander Greven ebenfalls ein Verfasser einer Bachelorarbeit. Der Titel: „Der Einfluss von Titelthemen auf den Einzelverkauf politischer Publikumszeitschriften. Verkaufsfördernde und verkaufshemmende Titelthemen am Beispiel von Spiegel, Focus und Stern“. Greven knüpfte damit an eine Doktorarbeit an und analysierte alle Titelseiten der Magazine aus den Jahren 2009 bis 2013, immerhin über 700. Hingst über eines der Resultate: „Wenn Sie eine Titelseite bauen wollen, die ankommt, sollten sie Themen wählen, die aus der Lebenswelt der Leser stammen. Die zählen regelmäßig zu den Bestverkauften.“ Greven erhält als Zweitplatzierter 300 Euro.

Den dritten Platz errang Anna Carina Zappe mit ihrer Masterarbeit „Protagonisten unter der Lupe. Die Formatentwicklung und -Realisation des jungen WDR-Wirtschaftsformats ,Fair Pay – warum verdienst du mehr als ich?‘ im Kontext der parasozialen Zuschauerinteraktion.“ Die Arbeit spiegelt einen Teil eines Masterprojekts wider, in der Studenten gemeinsam mit dem WDR ein neues crossmediales Format nicht nur entwickelten, sondern auch realisierten. Ein Teil davon war ein Film, der im WDR-Fernsehen lief. In ihrer Arbeit untersucht Zappe bei diesem Film, welche Elemente wie eingesetzt werden, um die Zuschauer dazu zu bringen, sich mit den Hauptfiguren zu identifizieren – wie sich das Konzept der parasozialen Interaktion verkürzt darstellen lässt. Für den dritten Platz gibt es 200 Euro.

Gelingt es den Kandidaten, innerhalb von zwei Jahren einen wissenschaftlichen Verlag zu finden, der die Arbeit druckt, legt der Ex-Verein noch einen Druckkostenzuschuss drauf. Das soll Erkenntnisse des wissenschaftlichen Nachwuchses am Institut in der Scientific Community bekannter machen.

Der  EX e.V. verleiht den Will-Schaber-Preis jedes Jahr zum Institutstag am ersten Freitag im Mai. Benannt ist der Preis nach dem Publizisten Will Schaber (1905 bis 1996). Der 1905 in Heilbronn geborene Journalist begann als Feuilletonredakteur beim Neckar-Echo, ging nach Berlin und wurde später als Mitarbeiter der Arbeiterpresse von den Nationalsozialisten verhaftet und zur Emigration gezwungen. Schaber arbeitete dann unter anderem in der Tschechei, reiste 1938 in die USA aus, wurde dort Abteilungsleiter eines Informationsdienstes der britischen Regierung und später Redakteur der Emigrantenzeitschrift Aufbau, parallel dazu war er bis 1972 Präsident des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland. 1985 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Dortmund. Schon zu Lebzeiten hatte er seinen schriftlichen Nachlass dem Dortmunder Institut für Zeitungsforschung vermacht.

10. Mai 2015, 08:38 Uhr