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Mit Winkelmann durchs Dortmunder U

„Druckertinte für Kreative“ - Adolf Winkelmann braucht nicht übermäßig lange für seine Antwort auf die Frage, was denn sein Lieblingsmotiv bei der Bilderuhr sei, die die oberen Stockwerke der Fassade des Dortmunder U am Hauptbahnhof rundum illustriert. Der Grund dafür liege auf der Hand, so Winkelmann, schließlich liefere er doch damit die Munition für die Kreativwirtschaft rund ums U und in der Stadt.

Dass diese Munition Teil einer Kunstaktion ist, bei der dem mehrfach ausgezeichneten Dortmunder Filmemacher (u.a. Deutscher Fernsehpreis für „Contergan“) zu dessen eigener Überraschung bis heute komplette künstlerische Freiheit gewährt wurde, erfuhren die Alumni des Dortmunder Journalistik-Studiengangs aus erster Hand – bei einer persönlichen Führung im U, mit der Adolf Winkelmann die diesjährige Mitgliederversammlung des EX e.V. abschloss. Winkelmann leitete die Führung ein mit der Vorstellung seiner Installationen am U, zu denen neben den Fliegenden Bildern an der Fassade auch die Projektion „Neun Fenster“ an der fensterlosen Hauptinnenwand des Gebäudes sowie die „Ruhrpanoramen“ im Erdgeschoss gehören, bei denen Szenen aus dem Ruhrgebiet über große Leinwände laufen, die im Halbrund angeordnet sind. Zahlreiche Anekdoten und Sottisen machten den Vortrag zum unterhaltsam-intelligenten Vergnügen, bei der neben der Kulturpolitik auch die Architektenwelt feinsinnige Seitenhiebe einstecken musste.

Zuvor hatten sich die Mitglieder des Ehemaligen-Verbands vom Vorstand über die Aktivitäten des zurückliegenden Jahres informieren lassen. Das Jahr war gekennzeichnet unter anderem von der hohen Beteiligung beim Studentenförderprogramm „Will-Schaber-Preis“, das der Vorstand im vergangenen Jahr auf drei Preise aufgestockt hatte. Vorsitzender Armin Hingst: „Die Zahl der Bewerbungen hat sich verdoppelt".

Von der Qualität der Arbeit konnten sich die Journalistik-Alumnis auch vor Ort überzeugen, denn die Erstplatzierte Christina Merkel stellte ihre Arbeit „Mein Nachbar, der Experte“ vor, die in enger Zusammenarbeit mit der Nürnberger Zeitung die Bewertung von Wissenschaftsjournalismus im Lokalen durch die Leser beleuchtete. Unter den Ergebnissen der Befragung, an der immerhin über tausend Leser teilnahmen: Interesse wecken Wissenschaftsthemen im Lokalen vor allem, wenn es um lokale Themen geht, lokale Experten allein sind deutlich weniger interessant - die klassische „Regionalisierung“ greift also weniger als erwartet.

Prof. Frank Lobigs, zweiter Vorsitzender, berichtete den Alumni unter anderem von den neuen Studiengängen für wirtschaftspolitischen Journalismus, bei der sich die Dortmunder Journalistik gegen ein starkes Feld von Mitbewerbern durchsetzen konnte und die Stifter überzeugte. Bei den neuen Studiengängen kooperiert die Journalistik mit den Dortmunder und Bochumer Wirtschaftswissenschaftlern.

Trotz aufgestocktem Will-Schaber-Preis und diverser Unterstützungen studentischer Projekte sind die Rücklagen des Vereins nur unwesentlich geschrumpft, wie Angelika Mikus, im Vorstand für die Kasse zuständig, berichtete. Um das Niveau der Förderung halten zu können, will der Vorstand aber die Lücken vollständig schließen, die noch bei der Erhebung der Beiträge entstehen.

Daher honorierten die anwesenden Mitglieder den Einsatz des Vorstands und entlasteten ihn ohne Gegenstimme.  Zudem entstand eine rege Diskussion über künftige Aktivitäten. So können sich eine Reihe von Alumni eine stärkere, gern auch persönliche Verbindung zur Uni vorstellen - etwa in Form von mehr Gastvorträgen. Dazu gehört auch der Wunsch, zum Institutstag eingeladen zu werden, was zurzeit nach Angaben des Vorstands nicht möglich ist, weil schon die Familienangehörigen der Absolventen die Kapazitäten des Schauplatzes Erich-Brost-Haus nahezu sprengen.

Mit rund 20 Teilnehmern zählte die aktuelle Versammlung zu den besser besuchten. Das lag neben der Präsenz Winkelmanns auch daran, dass ein Team um Ernst-Friedbert Raulf, Lothar Hausmann und Gabi Ludwig „ihren“ Startjahrgang 1982 nach 30 Jahren wieder zusammenrief - zum Abend-Event im Strobels fanden sich dann auch einige weitere Jahrgangs-Kollegen ein, mit dabei unter anderem Friedrick Küppersbusch.

11. November 2012, 12:51 Uhr