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Will-Schaber-Preis 2013 verliehen: Rekordbeteiligung von 18 Bewerbern

Von 12 auf 18 stieg die Zahl der Bewerber um den Will-Schaber-Preis, den der EX-Verein jetzt während des Institutstages am 3.5.2013 verliehen hat. Ausgezeichnet wurden drei Preisträger, den ersten Platz belegte Katharina Bons mit einer Arbeit über Datenjournalismus.

Der Jury, dem Vereinsvorstand aus Prof. Frank Lobigs, Angelika Mikus und Armin Hingst als Vorsitzendem, fiel die Wahl mit der neuerlich gestiegenen Zahl an Bewerbungen noch schwerer als im Vorjahr. Denn Masse war hier auch Klasse, gingen doch alle Kandidaten mit sehr guten Bewertungen ins Rennen.

Der Preis, den der Verein für "herausragende journalistikwissenschaftliche Leistung und großen Bezug zur Praxis in Redaktionen und Medienhäusern" verleiht, wird seit 2012 an drei Arbeiten vergeben.

Die Erstplatzierte, Katharina Bons, beeindruckte mit einer Arbeit, die sich auf noch eher unerforschtes Terrain gewagt hat:  "Datenjournalismus – Neither rocket science, nor the silver bullet". Die Jury hob hervor, dass Bons nicht einfach einem neuen Hype hinterherlaufe. Sie versuche vielmehr, das etwas schwammige Feld zunächst zu systematisieren, bevor sie dann über Experteninterviews auslote, was Datenjournalismus ausmacht und was er leisten kann. Der Blick ins mutmaßlich in dieser Hinsicht weiterentwickelte Großbritannien helfe zusätzlich, das noch sehr neue journalistische Feld zu erschließen. Nahe dran zu sein an vermutlich vielversprechenden neuen Entwicklungen im Journalismus – und das dann auch mit soliden wissenschaftlichen Handwerkszeug zu betreiben, das bringe die Journalistik weiter – und helfe der Praxis. "Genau das soll ein Will-Schaber-Preis belohnen", resümierte Vereinsvorsitzender Armin Hingst bei der Laudatio. Dotiert ist der erste Platz mit einem Preisgeld von 500 €, einem Druckkostenzuschuss bei einer Veröffentlichung der Arbeit von 1000 € sowie bis zu 500 € Reisekosten für einen wissenschaftlichen Vortrag.

Der zweite Platz ging an Daniel Drepper. Titel der Arbeit: „Schwarz auf weiß – Wie Journalisten mit dem Infomationsfreiheitsgesetz Originaldokumente beantragen und was der Gesetzgeber bei einer Novelle beachten sollte". Drepper verarbeitet darin seine Erfahrungen mit den Medaillen-Zielvorgaben des Deutschen Olympischen Sportbunds und des Bundesinnenministeriums für die Spartenverbände 2012. Zähe 14 Monate hatte es gedauert, bis die beiden recherchierenden WAZ-Journalisten, einer davon Drepper, die Daten bekamen. Und das auch nur nach einer Klage – und enormen Antragskosten. Trotz des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) von 2006. Die Jury habe es überzeugt, dass es Drepper nicht beim Frust belassen, sondern daraus etwas gemacht habe, das auch anderen weiterhelfen kann. In der Arbeit stehen nämlich nicht nur Details des IFG aus Journalistensicht, sondern sie fragt auch (unter anderem über Experteninterviews), wie Journalisten damit umgehen sollten – und macht sogar Vorschläge, wie man das IFG verbessern kann. Für den zweiten Platz gibt es ein Preisgeld von 300 € sowie einen Druckkostenzuschuss von bis zu 500 €.

Den dritten Platz belegte Laura Schneider-Mombaur mit ihrer Arbeit "Transparenz und Selbstreflexion im Journalismus“. Sie setzt sich mit dem wachsenden Vertrauensverlust des Journalistenberufs auseinander, der im Umfragen regelmäßig zusammen mit Werbern und Politikern auf den hinteren Plätzen des Ansehens landet. Dabei untersucht sie, mit welchen Mitteln Journalisten in ihren Arbeiten Transparenz und Glaubwürdigkeit vermitteln können. Beeindruckt hat die Jury, wie systematisch die Autorin die Tiefen der Erzähltheorie in einem Vergleich zwischen US- und deutschem Journalismus ausgelotet hat. Ihr dabei herausdestillierter Katalog selbstreflexiver und transparenter Funktionen kann auch andere Kollegen dazu bringen, ihren Produkten - und damit auch dem Journalismus – zu mehr Vertrauenswürdigkeit zu verhelfen. Die Ehrung umfasst ein Preisgeld von 200 € und einen Druckkostenzuschuss von bis zu 500 €.

03. Mai 2013, 20:46 Uhr